40 Jahre Partnerschaft

Barver • Nicht nur Wiedersehensfreude, sondern auch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl prägte die Begrüßung der Delegation aus Lezay am Sportgelände in Barver. Denn in diesen Tagen können die französischen Gäste und ihre deutschen Gastfamilien auf vier Jahrzehnte Partnerschaft zwischen beiden Orten zurückblicken.
Das Jubiläum soll am Mittwochabend gefeiert werden.

Ein fröhliches Wiedersehen gab es am Sonnabend in Barver bei der Ankunft der Freunde aus Lezay. Der Förderverein hat ein umfangreiches Programm für die Gäste ausgearbeitet, bei dem die Vertreter der beiden Gemeinden ihre Freundschaften vertiefen und auch neue Kontakte knüpfen können. • Foto: Schubert

Partnerschaft zwischen Barver und Lezay besteht seit 40 Jahren / Jubiläumsfeier steigt am Mittwochabend

Barver • Gespanntes Warten am Samstagnachmittag, bis der große, weiße Reisebus endlich um die Ecke biegt. Nicht nur Wiedersehensfreude, sondern auch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl prägt die Begrüßung der Gäste aus dem französischen Lezay am Sportgelände in Barver. Denn in diesen Tagen können die französischen Gäste und ihren deutschen Gastfamilien vier Jahrzehnte Partnerschaft zwischen beiden Orten feiern.

Überall war ein überschwängliches „Bonjours“, „Hallo“, „Ça va bien?“ zu hören, begleitet von herzlichen Umarmungen. „Die Stimmung ist super. Mit 48 Besuchern haben wir so viele Gäste wie nie zuvor“, freute sich Hans-Hermann Borggrefe, Vorsitzender des Fördervereins, der von Barver Seite her das Treffen organisiert.
„Toll, dass auch viele Kinder und Jugendliche dabei sind, denn sie sichern den Fortbestand der Partnerschaft in der Zukunft.“

Der Jugend ist es dann auch zu verdanken, dass diese Partnerschaft vor 40 Jahren überhaupt zustande kam. Denn bereits 1970 hatte die Barver Landjugend unter Federführung von Hermann Blome den Antrag an den Gemeinderat gestellt, eine Patenschaft mit der Gemeinde, die rund 400 Kilometer südlich von Paris zwischen der Loire und Garonnemündung liegt, zu beschließen.
Dieser Beschluss wurde 1971 gefasst. Nach einem Vorbesuch von deutscher Seite her im Jahr 1972, wurde beim Gegenbesuch der Franzosen die Partnerschaft 1973 besiegelt.

„Die Zeiten ändern sich, die Menschen auch, aber die Freundschaft nie“, freute sich Barvers Ortsbürgermeister Detlev Osterbrink.
„Selbst meine Eltern waren in den Anfängen schon in Lezay.“ Bei solch einer Freundschaft, die Generationen überdauere, habe man im Laufe der Jahre mehr und mehr feststellen können, wie die Gemeinden enger zusammenrücken.

„Mittlerweile haben wir nicht nur im Wechsel den einwöchigen Jahresbesuch.
Auch beim Weihnachtsmarkt in Lezay sind wir mit einer Abordnung dabei, und unsere Freunde beim Rehdener Frühlingsmarkt“, unterstrich Borggrefe den Zusammenhalt.
Verständigungsschwierigkeiten ließen sich mit Dolmetschern in beiden Reihen sowie Händen und Füßen gut überbrücken. Die Herzlichkeit auf beiden Seiten mache solche „Problemchen“ wett. „Es ist immer ein kleiner fester Stamm, der regelmäßig mitfährt, aber die Besucher ziehen sich durch beide Gemeinden hindurch.
Jeder, der aus Barver einmal dabei sein möchte, kann dies tun, und in Lezay ist es genauso.“

„Es war vor zwei Jahren schon ganz toll hier. Da wollten wir auch dieses Mal wieder mit“, freuten sich Agathe und Lila, die jetzt als Zehnjährige bereits zum zweiten Mal mit ihren Eltern in Barver zu Gast sind. Deutsch sprechen sie zwar (noch) nicht, aber das kann sich ja vielleicht schon etwas ändern bei der Fahrt zum Heidepark Soltau, die für den heutigen Montag eigens für die Jugend organisiert worden ist. Auch die übrigen Gäste gehen im Festjahr wieder auf Erkundungstour.
Bereits gestern sollte für alle Teilnehmerund Gastfamilien eine Europa-Rallye, und zwar mit dem Fahrrad durch die Umgebung, starten. Am morgigen Dienstag geht es nach Hannover mit Besichtigung des Landtages und der Herrenhäuser Gärten.

Am Donnerstag stehen eine Besichtigung des Industrie-Museums Lohne sowie eine Führung durch die Artland-Brauerei in Nortrup auf dem Programm. Und einen Tag später, bevor die Gäste abends schon wieder gen Heimat reisen, ist eine Sitzung beider Partnerschaftsausschüsse mit anschließender Besichtigung der Firma Noro vorgesehen.
Gebührend gefeiert wird der runde Geburtstag natürlich auch: Am Mittwoch gibt es einen offenen Abend im Landgasthof Schusterkrug.
Dem offiziellen Teil, zu dem neben Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch, Landrat Cord Bockhop und Landtagsvizepräsident Karl-Heinz Klare ihr Kommen zugesagt haben, folgt ein lockeres Beisammensein. • Art