Feuerwehrnachwuchs aus der Partnergemeinde Lezay hat sich gut eingelebt

Von Anja Schubert/Diepholzer Kreisblatt

Barver – Es war kein Tischgebet, zu dem die in Grün gekleidete Jugendgruppe gestern Mittag vor dem Essen beim Kreisjugendfeuerwehrzeltlager in Barver aufstand und musikalische Töne abstimmte. In bester Stimmung schmetterten die Mädchen und Jungen die Nationalhymne ihrer Heimat. Es waren die Gäste aus der französischen Partnergemeinde Lezay. „Für unsere Jugendlichen ist es das erste Feuerwehrzeltlager überhaupt, denn bei uns ins Frankreich gibt es solche Zeltlager in Feuerwehrkreisen nicht“, erklärte Betreuerin Sabrina Menard.Die Jugendlichen seien begeistert. „Viele Spiele wie Völkerball kennen sie von zu Hause, doch da wird nach anderen Regeln gespielt.“

 

Insgesamt ist bei den Jugendlichen der Partnergemeinde als auch im französischen Feuerwehrwesen einiges anders: „Wer sich in Frankreich für die Jugendfeuerwehr entscheidet, muss vier Jahre, vom 13. bis 17. Lebensjahr, dabei bleiben, damit er oder später in den aktiven Dienst gehen kann. Die freiwilligen Feuerwehren rekrutierten sich zu 50 Prozent aus der Jugendfeuerwehr. Es gäbe aber auch junge Leute, die gezielt die Berufsfeuerwehr als späteres Ziel anstrebten. Wer später einen Quereinstieg wagen möchte, brauche eine längere Ausbildung.

Auch im feuerwehrtechnischen Bereich gebe es Unterschiede. „Bei uns werden alle Übungen mit Wasser durchgeführt, das ist hier verboten“, unterstreicht Menard. Darüber hinaus stünde in Frankreich im sportlichen Bereich die Leichtathletik ganz vorne an. „Unsere Nora hat erst kürzlich bei den Feuerwehrwettbewerben auf nationaler Ebene den sechsten Platz im Kugelstoßen erreicht“, berichtete Yan Coué vom Partnerschaftsausschuss.

Gestern Nachmittag zeigte der Feuerwehrnachwuchs aus Lezay in einer Vorführung wie die feuerwehrtechnischen Übungen in Frankreich aussehen.

Die Jugendlichen wirken nicht nur, wenn sie sich in der Gruppe über das Gelände bewegen, sehr diszipliniert. „Das gilt aber nicht für alle Lebenslagen“, flachst Coué augenzwinkernd: „Im Aufräumen sind die deutschen Jugendlichen besser.“

Insgesamt rund 50 Gäste aus der Partnergemeinde haben anlässlich des Zeltlagers den Weg nach Barver gefunden – 19 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr mit ihren fünf Betreuern sowie 26 ehrenamtliche Helfer, die nicht nur ihren Landsleuten helfend bei Seite stehen. „Die Kommunikation ist ein bisschen holprig, aber es geht und wir haben viel Spaß“, berichtet Katja. Die Barveranerin versieht mit den beiden Französinnen im Pizzawagen Dienst. „Wir wollten einfach mit dabei sein, helfen, die Atmosphäre erleben“, sagen die Französinnen: „Auch ohne eigene Kinder in der Feuerwehr zu haben.“